Warum gibt es keine Katzensteuer?
Frage
Seit 50 Jahren zahle ich Hundesteuer. Für was müssen wir pünktlich unsere Hundesteuer bezahlen, nachdem wir unseren Hundekot täglich in der Mülltonne entsorgen? Da die Stadt ja finanziell permanent klamm ist, wäre die Erhebung einer Katzensteuer erwägenswert.
Antwort
Zunächst einmal danke ich Ihnen sehr herzlich dafür, dass Sie schon ein halbes Jahrhundert Hundesteuer zahlen und die Hinterlassenschaft Ihres Vierbeiners offenbar selber ordentlich entsorgen. Die Hundesteuer ist, wie schon der Name sagt, eine Steuer, fließt also in den allgemeinen Haushalt zur Erfüllung öffentlicher Aufgaben. Sie ist keine Gebühr, für die der Gebührenzahler eine gleichwertige Gegenleistung erwarten darf. Viele Steuerzahlergruppen sind der Meinung, ihre Steuerzahlungen dürften nur für die Gruppe ausgegeben werden, aber das ist natürlich ein Irrtum. Auch die Steuern von Autofahrern werden für den Ausbau von U-Bahn und Radwegen benützt und auch die Steuerzahlungen von Radlern werden für die Tunnels am Mittleren Ring ausgegeben, auch wenn sie niemals dort durchfahren.
Mit Ihrem Vorschlag einer Katzensteuer haben Sie mich als Katzenliebhaber ernsthaft irritiert. Die Recherchen der Kämmerei ergaben, dass es in Bayern tatsächlich schon Katzensteuern gegeben hat, beispielsweise in Kempten 1923. Sie diente in erster Linie dem Schutz der Singvögel (!) und wurde deshalb besonders von den Vogelschutzverbänden befürwortet. Der steuerliche Ertrag war aber im Verhältnis zum Aufwand gering und deshalb würde sie wieder abgeschafft. Ein Katzenleben spielt sich halt meist hinter geschlossenen Türen ab und lässt sich kaum kontrollieren. Deshalb erhebt im gesamten Bundesgebiet gegenwärtig keine einzige Gemeinde eine Katzensteuer!

