Warum kein Lichtermeer zur Weihnachtszeit?
Frage
In keiner Stadt ist mir so ein jämmerlicher Weihnachtsschmuck bekannt wie in München. Gerade mal der Weihnachtsmarkt wird mit ein bisschen Licht verschönt, ansonsten hebt sich die Dezember-Innenstadt nicht von anderen Monaten ab. Warum wird hier nicht mehr gemacht?
Antwort
Sie scheinen nicht viele Städte zu kennen, denn Menschen reisen von weither, um den Münchner Christkindlmarkt zu erleben, der mit dem Alten Peter auf der einen, dem Rathaus und den Frauentürmen auf der anderen Seite eine großartige Kulisse hat. Wirklich nicht jämmerlich. Aber Ihnen geht es wohl vor allem um die Beleuchtung. Da sind die Geschmäcker sehr verschieden: Manche wollen ein noch größeres Lichtermeer, als es der Einzelhandel ohnehin schon in seinen Schaufenstern und an seinen Fassaden inszeniert, andere sprechen von "Reklame-Rummel" und "Weihnachts-Terror" und beklagen die Energieverschwendung. Einige Städte wie Nürnberg oder Wien haben mit ihrer festlichen Weihnachtsbeleuchtung gezeigt, dass die Altstadt dadurch zumindest von einem großen Teil des Publikums eine größere Anziehungskraft gewinnen kann. Auf Initiative des Tourismusamtes wurde deshalb letztes Jahr erstmals ein Beleuchtungskonzept zur Belebung des Kripperlmarktes am Rindermarkt erprobt. Unter dem Arbeitstitel "Wintermärchen" wurden die Rosenstraße und die Wege am Alten Peter mit Lichtervorhängen, Weihnachtssternen und einer Leuchtschrift überspannt, zugleich wurden die Bäume am Rindermarkt weihnachtlich beleuchtet. Eine Lichtprojektion brachte die Fassade des Ruffinihauses zur Geltung. Finanziert wurde dieses Projekt größtenteils durch das Münchner Tourismusamt, die Beschicker des Marktes haben sich freundlicherweise an den Kosten beteiligt. Auch die Vereinigung der Geschäftswelt der Münchner Innenstadt, CityPartner München e.V., unternimmt immer wieder Vorstöße, um Teile der Altstadt, wie den Stachus oder das Hackenviertel, festlich zu illuminieren.
Ihrem Wunsch wird also reichlich Rechnung getragen.

